Eine einsatzfähige und starke Armee brauchen wir zur jeder Zeit!
Die Armee braucht es nicht mehr, man kann sie abschaffen. Das glaubt Rotgrün und fordert munter ihre Demontage. Doch sind militärische Truppen wie die Feuerwehr: Man hat sie und hofft gleichzeitig, dass man sie nie brauchen muss. Wie bei der Feuerwehr auch, muss die Armee zeitgemäss ausgerüstet werden, muss den Ernstfall (und für diesen gibt es sie schliesslich) trainieren und das Land schützen, wenn Gefahr droht.
Das heutige Gefahrenpotential liegt weniger bei einem fremden Staat, auch wenn gewisse deutsche Politiker bereits vom Entsenden von Soldaten sprachen. Ich sehe in den Unruhen, wie sie jüngst Griechenland heimsuchen, das grösste Gefahrenpotential für die Sicherheit des Landes. Währungskrise, Hyperinflation gepaart mit einer hohen Arbeitslosigkeit. Nicht zum ersten Mal würde eine solche Kombination in die Diktatur führen, man erinnere sich nur an das Deutschland der 1930er-Jahre. Der grösste Vorteil der Schweizer Armee in diesem Punkt ist ihre Organisation: Keine reine Elitetruppen, keine Söldner oder nur Berufssoldaten. Das Gros der Schweizer Armee besteht aus Milizsoldaten. Männer und Frauen, welche Anzug und Krawatte mit dem "Kämpfer", Baumaschinen mit dem Sturmgewehr tauschen, um Dienst zu leisten. Sie bilden somit eine wichtige Säule im Hause Schweiz. Denn nur ein Land mit einer wehrhaften Armee ist auch ein souveränes Land. Und wenn es nicht seine eigene Truppen hat, hat sie früher oder später die eines anderen.
Präsident SVP Sektion Wynau, SVP, 21. Mai 2010
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Die Schweizer Armee hat ohnehin kein Offensivpotential
Grossrat Bern, SP, 3. März 2010
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Solange sich nur Militärbegeisterte und Total-Abschaffer mit dem Thema befassen bleibt eine sinnvolle Strukturänderung auf der Strecke. (Siehe dieses Forum)
Wer sofort gänzlich auf eine Armee verzichten will (was für die Schweiz inmitten von Europa durchaus möglich wäre) hat politisch keine Chance.
So verbleibt die Gestaltung der Armee grösstenteils in den Händen derjenigen, welche die üblichen Konzepte vertreten.
Wenn man bedenkt, dass die Rüstungsindustrie immer neue noch potentere Waffensysteme entwickelt, so wird sich an der "Geissel" Krieg und Militarismus nichts ändern, die Spirale wird sich weiterdrehen.
Was es braucht ist ein konzeptioneller Ansatz, der in sich selbst den Ansatz zu einer Reduktion trägt, sei es was die Menge an Rüstung anbelangt, sei es was die mögliche Verheerung der Waffen anbelangt, sei es was die Missbrauchsmöglichkeit von Verteidigungsarmeen anbelangt.
Mit dem Vorstellen eines möglichen Ansatzes (vielleicht gibt es noch andere) wollte ich eine fruchtbare Diskussion anregen, leider zeigt sich in den Reaktionen in diesem Forum, dass eine Mehrheit nicht einmal ansatzweise über Systeme diskutieren will oder kann, welche in sich den Kern einer Demilitarisierung der Welt tragen. Schade, aber nicht sonderlich erstaunlich.
Christof Litz, 2. September 2009
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Wozu eine "defensive Armee"?
Bei diesem Wortspiel beisst sich doch der Hund selbst in den Schwanz... Wozu bedarf es in einem neutralen Staat überhaupt einer Armee?
Landesverteidigung für ein freiheitliches Bollwerk innerhalb eines "unfreien" Europas?
Nehmen wir doch einmal den Schleier von den Augen und fragen uns, ob wir die Milliardensummen für eine Landesverteidigung, deren Wirkung im (überregionalen) Ernstfall in sekundenschnelle verpufft, nicht anderweitig sinnvoller verwenden können?!
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Ohne Fähigkeit eines (Gegen-) Angriffs keine Verteidigungsfähigkeit. Ohne Verteidigungsfähigkeit keine Glaubwürdigkeit.
Ich will einige Aussagen, welche bisher gemacht wurden, aufnehmen und kommentieren.
„Daher keine Flugzeuge, Flugabwehr ja. Keine Panzer, Panzerabwehr ja.“
Die Flugabwehr hat eine Reichweite von max. 3000 Meter (Bloodhound wurde abgeschafft). Daher braucht es Kampfflugzeuge, welche bis auf 12000 Meter den Luftraum überwachen, kontrollieren und verteidigen können.
Die Verteidigung besteht aus verschiedenen Elementen (ablenken, verzögern, verzahnen, gegen angreifen), darunter der Gegenangriff. Ohne Fähigkeit zum Gegenangriff keine Verteidigung (das Réduit-Zeitalter ist abgeschlossen). Daher braucht es Kampfpanzer.
„Ins Gesetz gehört auch, dass jeder militärische Befehl, der ausserhalb der Landesgrenzen eine Wirkung hat, freiwillig zu sein hat.“
Die Verteidigung beginnt nicht erst an der Landesgrenze, sondern schon dahinter. Der Gegner hat seine ersten Bereitstellungsräume noch hinter der Grenze. Diese müssen mit Artillerie (welche wir leider nicht auf ausreichende Reichweite besitzen) unter Beschuss genommen werden können. Sonst kommt der Gegner mit vollem Schwung, optimaler Vorbereitung und voller Kraft. Zudem wäre ein Einsatz des AAD10 zur Evakuierung von Schweizer Bürger im Ausland nicht möglich.
„diese (AAD10) aber war dafür vorgesehen im Golf von Aden, Schiffe welche unter Schweizer Flagge operieren zu beschützen“
Das AAD10 ist für offensive Aktionen vorgesehen. Denn ursprünglich war die Idee, Schweizer Bürger aus dem Ausland zu evakuieren. Da man fremdes Gebiet betreten müsste, gilt es als offensive Aktion. Sie wurde v.a. aus Erfahrung in der Elfenbeinküste gegründet. Denn die Schweizer mussten von den Franzosen evakuiert werden. Diese Abhängigkeit wollte man nicht länger dulden.
Dass das AAD10 für defensive Aktionen nicht wirklich geeignet ist, zeigen Aussagen des deutschen Admirals im Golf von Aden. Er sagt, dass das AAD10 zwar eine top-professionelle Gruppe sei, welche aber für diesen Einsatz ungeeignet sei. Ihm seien einfache Fusssoldaten, welche Maschinengewehr und Panzerfäuste bedienen können, viel wichtiger. Er könne mit dieser offensiv ausgerichteten Gruppe eigentlich nicht viel anfangen.
„Es fehlt den europäischen Staaten inzwischen schlicht an der Führungs- und Aufklärungsfähigkeit, an der Logistik und an der Produktionskapazität, um innerhalb Europas einen Angriffskrieg erfolgreich zu führen.“
Ich kann dieser Aussage absolut zustimmen, möchte sogar noch weiter gehen und sagen, dass die europäischen Armeen keine Verteidigungsfähigkeit mehr haben. So konnten sie den Krieg im Balkan weder verhindern noch beenden. Sie haben viele Spezialisten, welche alle im Ausland zum Einsatz kommen. Dies könnte zum selben Szenario wie in Georgien führen. Im Krieg gegen Russland waren deren besten Truppen im Auslandeinsatz!
Um eine tatsächliche Verteidigungsfähigkeit zu erreichen, müsste die Schweizer Armee folgende Waffen und ähnliche Systeme (wieder) einführen:
- Raketen-Artillerie (Reichweite 100 km)
- Panzerabwehrwaffen wie TOW und DRAGON (moderner: JAVELIN)
- adäquater Ersatz für Artillerie-Streugranaten (z.B. thermobare Waffen, Problem: Genfer Konventionen)
- unterirdische Armeespitäler
Das ist eine unvollständige Auflistung der Minimalforderungen!
Um eine glaubwürdige Verteidigungsfähigkeit zu erhalten (ich rede von erhalten, nicht von ausbauen), muss nach einer inner-VBS-Umstrukturierung (woran BR Maurer und CdA Blattmand jetzt dran sind) das Budget auf 4-4.5 Mrd. erhöht werden. Gemäss Teuerungsausgleich (welcher nie stattgefunden hat) müsste die Armee heute schon über 4.5 Mrd. erhalten.
Andreas Muff, 2. August 2009
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"Strukturelle Nichtangriffsfähigkeit" ist innereuropäisch bereits vorhanden. Eine weitergehende Reduzierung geht nur zulasten der Landesverteidigung.
Die Europäischen Armeen wurden und werden bereits heute fortwährend auf die veränderte geopolitische Lage angepasst und auf neue Bedrohungen und Herausforderungen ausgerichtet.
Tatsächlich haben diesbezüglich die Ab- und Umrüstungsanstrengungen sowie die Sparbemühungen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte bereits dazu geführt, dass die Schweizer Armee und auch die anderen europäischen Armeen nicht mehr in der Lage sind, von sich aus Angriffskriege zu führen. Die Schweizer Armee mit ihrem dezidierten Defensivauftrag und der Fokussierung auf konventionelle Waffen ist hierbei schon jetzt das beste Beispiel.
Es fehlt den europäischen Staaten inzwischen schlicht an der Führungs- und Aufklärungsfähigkeit, an der Logistik und an der Produktionskapazität, um innerhalb Europas einen Angriffskrieg erfolgreich zu führen. Zudem fehlt der international-politische Rückhalt und somit nicht zuletzt die Möglichkeit, erobertes Territorium längerfristig zu halten und zu kontrollieren. Insofern ist die "strukturelle Nichtangriffsfähigkeit" längst vorhanden.
Die Forderung nach einer weiteren Redimensionierung der Schweizer Armee unter dem Deckmäntelchen der "strukturellen Nichtangriffsfähigkeit" ist blosse Augenwischerei. Es geht nicht um die Schaffung einer längst vorhandenen Defensivarmee, sondern um die Armeeabschaffung auf Raten.
Dies verunmöglicht letztlich den mit der "strukturellen Nichtangriffsfähigkeit" vermeintlich befürworteten Verteidigungsauftrag der Armee. Die grundlegenden Anforderungen an eine für die Verteidigung notwendige Infrastruktur werden ignoriert und es wird insbesondere ausser Acht gelassen, dass geopolitische Entwicklungen schwer vorhersehbar sind und die Armee ihren Verteidigungsauftrag nicht nur heute, sondern auch in Zukunft erfüllen muss.
jf, 1. August 2009
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Was offensiv und defensiv ist, liegt im Auge des Betrachters und seiner Auslegung.
Ich bin grundsätzlich auch dafür, dass man unser Prinzip der Armee überdenkt und überarbeitet. Dies Bezieht sich allerdings eher auf den Fakt, dass wir noch immer eine Milizarmee unterhalten.
Um beim Thema zu bleiben, nahezu jedes Waffensystem kann je nach Auslegung als offensiv oder defensiv eingestuft werden. Man denke an das alte Sprichwort "Angriff ist die beste Verteidigung."
De facto sind wir bereits, wie schon von Vorredner angedeutet, nichtangriffsfähig. Trotzdem haben wir, wenn es auch nur noch wenige sind, schwere Truppen. Panzerbatallione sind in den vergangenen Jahren extrem zusammengestrichen worden aber trotzdem wäre es verteidigungstechnisch gesehen ein Fehler auf diese zu verzichten. Dasselbe gilt für Fliegertruppen - wer den Himmel nicht kontrolliert kann gegen keinen Feind bestehen und kann sich demnach auch nicht verteidigen.
Wieso aber liegt es im Auge des Betrachters? Ein kleines Beispiel: SF ODA, SAS, JTF, KSK, Delta Force, Green Berets, Rangers, Seals, ... Alle diese Einheiten sind dafür ausgebildet spezielle Operationen hinter feindlichen Linien zu übernehmen. Guerillia Kommandos welche ohne grossen Support die Aufgabe erledigen - wie aber unterscheiden die sich von der unseren ARD10? Richtig, von der Grundidee her garnicht - diese aber war dafür vorgesehen im Golf von Aden, Schiffe welche unter Schweizer Flagge operieren zu beschützen - Also eine reine deffensiv Mission. Man könnte sie aber auch für andere Zwecke einsetzen.
Eine defensiv Armee ist ein Utopia.
Dino Ebener, 31. Juli 2009
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Die strukturelle Nichtangriffsfähigkeit ist ein gefährliches Märchen - niemand kann verteidigen, ohne auch angreifen zu können.
Zur allgemeinen Beruhigung: Die Schweiz ist bereits strukturell Nichtangriffsfähig. Allerdings ist das wohl eher ungewollt und Ueli Maurer arbeitet daran. Was würde es aber bedeuten, diesen Zustand aktiv herstellen zu wollen? Einen Verzicht auf mechanisierte Truppen, auf die Luftwaffe oder auf weitreichende Kommunikationsmittel?
Das alles würde auch die Verteidigungsfähigkeit massiv beeinträchtigen. Die Idee, eine Waffe den Stempel "strukturell Nichtangriffsfähig" aufzudrücken mag hehre sein, ist aber leider eine Illusion. Waffen töten - das ist nicht schön, aber nicht immer vermeidbar.
Michael Jäger, 31. Juli 2009
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Die Rüstungskonzerne müssen einer demokratischen Kontrolle unterworfen werden, private Waffenherstellung gehört verboten. Eine Ausgabe von Aktien ebenso.
Da davon auszugehen ist, dass Rüstungskonzerne weltweit immer wieder dafür sorgen, dass ein Bedarf für ihre Produkte besteht, oder dass auch Regierungen zur Ankurbelung der heimischen Rüstungsindustrie für selbiges sorgen, muss hier eine drastische Regulierung endlich weltweit zum Standard werden:
Die Schweiz soll sich in der UNO dafür einsetzen, dass alle Rüstungsbetriebe strikte verstaatlicht werden müssen, um einer demokratischen Kontrolle unterstellt werden zu können. Das Herstellen von Waffen, die nicht dem Prinzip der strukturellen Nichtangriffsfähigkeit genügen, ist zu verbieten. Der Import und Export solcher nicht def. Waffen ist zu verbieten.
Die Schweiz soll mit gutem Beispiel vorangehen und die RUAG strikte unter dieses Regime stellen. Jede Zusammenarbeit mit Rüstungskonzernen, die nicht unter diesem Regime geführt werden ist zu untersagen.
Eine Beteiligung an Rüstungskonzernen durch Aktien ist zu verbieten.
Christof Litz, 30. Juli 2009
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Diese Idee habe ich vor gut 20 Jahren allen Stände- und Nationalräten geschickt. Bundesrat Kaspar Villiger hat mir geschrieben, alles sie schon bestens.
Seit geraumer Zeit nimmt ja sowieso kaum jemand das Militär in der Schweiz noch ernst, wenn die Armee dann tatsächlich abgeschafft werden soll, erschrickt der Stimmbürger dann doch, so haben wir den Verein halt noch. Er wird nun einfach auf unterste "Sparflamme" gesetzt (was auch gut ist). aber ich denke einfach, wenn wir diese mitten in Europa absurd gewordene Armee schon nicht abschaffen können, dann machen wir doch etwas sinnvolles daraus und entwickeln ein Vorzeigemodell einer Armee nach dem Prinzip der strukturellen Nichtangriffsfähigkeit.
Ch.Litz, emeritierter Soldat (Genie-Truppen)
Christof Litz, 30. Juli 2009
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